Olympus M.Zuiko Digital ED 300mm F4.0 PRO Objektiv
4.9
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Olympus M.Zuiko Digital ED 300mm F4.0 IS Pro

Olympus ist bekannt für seine hochwertigen Objektive und dieses neueste 300mm f/4 Objektiv ist sowohl in Bezug auf die Qualität als auch als längstes Micro-Four-Thirds-Objektiv das Nonplusultra in diesem Bereich. Dieser Testbericht befasst sich mit der Handhabung und Leistung des Objektivs und zeigt, ob es unseren hohen Erwartungen gerecht wird.

Olympus M.Zuiko Digital ED 300mm f/4.0 IS PRO Handhabung und Eigenschaften

Das Objektiv wiegt 1,27 kg und nimmt 77-mm-Filter auf. Es sieht ziemlich klobig aus, ist aber gut ausbalanciert und wird zum Hauptschwerpunkt, wenn es mit der Olympus OM-D E-M5 gekoppelt ist, die für diesen Test verwendet wurde. Tatsächlich ist das Kameragehäuse im Vergleich zum Objektiv unbedeutend. Wichtig ist, dass das Gesamtpaket gut funktioniert und nicht übermäßig schwer oder unhandlich ist. Das ist nützlich für ein Objektiv, das ein 35-mm-äquivalentes Sichtfeld eines 600-mm-Objektivs mit f/4 hat. Es ist ein leistungsstarkes Teleobjektiv und muss sorgfältig gehandhabt werden, um den maximalen Nutzen zu erzielen. Verwacklungen sind der Hauptfeind, der die Schärfe beeinträchtigt, selbst wenn du ein Stativ benutzt.

Der in das Objektiv integrierte IS-Mechanismus (Image Stabilisation) bietet jedoch eine optische Bildstabilisierung und zusätzlich den „Sync-IS“, der in Verbindung mit dem körpereigenen 5-Achsen-Sensor-Shift-IS einen Vorteil von bis zu sechs Blendenstufen bietet. Die Kameragehäuse der E-M1 und E-M5 Mark II mit den neuesten Firmware-Updates werden benötigt, um diese Vorteile voll auszuschöpfen. Die L-Fn-Taste am Objektiv bietet bis zu 27 zuweisbare Funktionen.

Das 300-mm-Objektiv fokussiert bis zu einer Entfernung von 1,4 m, was eine maximale Vergrößerung von 0,24x ermöglicht. Die Innenfokussierung bedeutet, dass sich das Objektiv während des AF-Betriebs weder in der Länge verändert, noch sich das vordere Element dreht. Die Verwendung von Polarisationsfiltern wird dadurch erleichtert. Mit einem Schalter am Objektivgehäuse können verschiedene Entfernungsbereiche ausgewählt werden, um die Fokussierung innerhalb bestimmter Grenzen zu beschleunigen. Darunter befindet sich der Schalter zum Ein- und Ausschalten des IS.

Die manuelle Fokussierung wird durch Zurückziehen des Fokussierrings aktiviert. Dadurch wird eine Entfernungsskala sichtbar und du kannst den Ring drehen, um scharfzustellen. Anstelle der stufenlosen Drehung vieler moderner Objektive gibt es an jedem Ende des Fokussierbereichs einen festen Anschlag. Der Ring lässt sich sehr leichtgängig einrasten, aber etwas mehr Widerstand wäre hilfreich. Je nachdem, wie wir das Objektiv halten, ist es ziemlich einfach, den manuellen Fokus versehentlich zu aktivieren.

Das Objektiv ist größtenteils aus Metall gefertigt und sieht aus, als wäre es für den langen, harten professionellen Einsatz gebaut. Es hat einen drehbaren Arca-Swiss-kompatiblen Stativfuß, der auf Wunsch abgenommen und durch einen mitgelieferten Beauty Ring ersetzt werden kann. Die Gegenlichtblende lässt sich bei Gebrauch herausziehen, was eine sehr gute Funktion ist. Wenn die Streulichtblende abgenommen ist, musst du nicht mehr umständlich nach einem Platz zum Verstauen suchen. Das trägt dazu bei, dass ein grundsätzlich kompaktes und benutzerfreundliches Design noch effizienter genutzt werden kann. Das Objektiv ist gegen Feuchtigkeit abgedichtet und wird als „staub-, frost- und spritzwassergeschützt“ beschrieben, sodass leichter Regen, staubige Umgebungen oder kaltes Wetter kein Problem darstellen sollten.

Es gibt neun Blendenlamellen, die das Erscheinungsbild von unscharfen Lichtern und das Bokeh des Objektivs verbessern sollen. Die Konstruktion des Objektivs besteht aus 17 Elementen in 10 Gruppen. Darunter befinden sich drei ED-Elemente (Extra Low Dispersion), drei HR-Elemente (High Refractive Index) und ein E-HR-Element (Extra High Refractive Index) – eine wirklich komplexe Konstruktion.

Was die allgemeine Handhabung angeht, so gibt es abgesehen von der leichten Betätigung der AF/MF-Umschaltung keine Probleme. Das 300mm f/4 ist sehr einfach zu handhaben.

Olympus M.Zuiko Digital ED 300mm f/4.0 IS PRO Leistung

Die Schärfe ist auf einem sehr hohen Niveau. Bei Blende 4 ist das Objektiv an den Rändern und in der Mitte sehr gleichmäßig abgestimmt und liefert eine hervorragende Schärfe, die an ein Wunder grenzt. Bei Blende 5,6 sind die Ergebnisse über den gesamten Bildausschnitt hinweg wirklich hervorragend, mit beeindruckenden Werten, die in der Mitte und am Rand nahezu identisch sind. Bei f/8 und f/11 sind die Ergebnisse ebenfalls hervorragend und sehr gleichmäßig, erst bei f/16 und f/22 lässt die Schärfe aufgrund von Beugung nach. Bei optimaler Blende sind die Ergebnisse dieses Olympus-Objektivs einfach großartig.

Das Bokeh der Aufnahmen ist einfach wunderschön und gleichmäßig. Ein so langes Objektiv neigt von Natur aus zu selektiver Schärfe und unscharfen Hintergründen, und bei großen Blendenöffnungen ist der Effekt einfach großartig.

Das IS-System ist bemerkenswert gut. Ohne aktivierten IS konnte ich ein mäßig scharfes Bild bei 1/160 Sekunde aufnehmen, was für ein 600-mm-Objektiv an sich nicht schlecht ist. Mit eingeschaltetem IS wird diese 1/160 Sekunde messerscharf und der Unterschied ist deutlich zu sehen. Ein Gesamtvorteil von sechs Blendenstufen ist mit Vorsicht zu erreichen, und vier Blendenstufen sollten überhaupt kein Problem sein. Sehr beeindruckend.

Die Verzeichnung ist so gut wie nicht vorhanden und liegt bei nur -0,193%. Bei Architekturaufnahmen gibt es keine Probleme, obwohl diese Brennweite für solche Motive ohnehin nicht die erste Wahl sein dürfte. Die Streulichtresistenz ist ebenfalls hervorragend.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Olympus 300mm f/4 IS Pro Objektiv kostet 2469€. Das ist eine große Ersparnis im Vergleich zum älteren, größeren und schwereren Olympus 300mm f/2.8, das 5689€ kostet.

Wenn man sich die Kosten für andere Marken ansieht, sind 300mm f/4-Objektive vielleicht günstiger, aber wenn man sich die Aufgabe ansieht, die sie erfüllen, und sich die Crop-Faktoren ansieht, sieht das Bild ganz anders aus.

Das Canon 600mm f/4 L IS II USM Objektiv kostet zum Beispiel 8895 €, aber für Crop-Sensor-Kameras kostet das 400mm f/5.6 L USM 889 €. Für Nikon-Nutzer gibt es das AF-S Nikkor 600mm f/4 E FL ED VR (£9650), und für Sony-Nutzer das Sony 500mm f/4 G SSM (£9.999). Das nächstgelegene Äquivalent für Pentax APS-C Nutzer wäre das SMC Pentax-D FA 150-450mm (£1599) oder das SMC Pentax-DA 560mm f/5.6 (£2999). Mit dem Erscheinen der neuen Vollformat-Pentax K-1 ist das 150-450mm ein Vollformat-Objektiv, und Pentax listet auch das 560mm als voll kompatibel mit dem größeren Format, auch wenn es nicht als solches gekennzeichnet ist.

Vor diesem Hintergrund scheinen Olympus MFT-Nutzer hier ein Objektiv zu haben, das in Bezug auf die Kosten sehr gut abschneidet. Weitere Optionen findest du in den Top 5 der besten Olympus-Objektive des Jahres 2015.

Olympus M.Zuiko Digital ED 300mm f/4.0 IS PRO Fazit

Gemessen an den Preisen, die Nutzer anderer Marken zahlen, scheint der Preis für das Olympus 300mm f/4 sehr angemessen zu sein. Hinzu kommen die kompakte Größe, das relativ geringe Gewicht und die hervorragende Ergonomie. Die Qualität ist großartig.

Alles in allem wurde bei der Entwicklung dieses Objektivs viel Sorgfalt und Geschick an den Tag gelegt, so dass es bei den Olympus MFT-Sport- und Wildlife-Fotografen sicher Anklang finden wird. Die Tatsache, dass durch die Nahfokussierung auch andere Motive in Reichweite sind, ist ein zusätzlicher Bonus.

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