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Olympus M. Zuiko Digital ED 25 mm f/1.2

Dieses 25mm f/1.2 Objektiv für Micro Four Thirds (MFT) Kameras entspricht einem 50mm f/1.2 „Standard“-Objektiv im Kleinbildformat. Das Standardobjektiv war viele Jahre lang das Objektiv der Wahl beim Kauf einer neuen Kamera und wurde in jüngerer Zeit weitgehend durch das „Kit-Zoom“ ersetzt. Das wachsende Bewusstsein, dass Festbrennweiten leicht, lichtstark und potenziell von besserer Qualität sind als preiswerte Zooms, hat jedoch dazu geführt, dass sie heute als Nachkaufobjektiv beliebt sind. Ungeachtet des Auftauchens mehrerer f/0,95-Optiken war traditionell f/1,4 die hellste Norm und die wenigen f/1,2-Objektive galten als etwas ganz Besonderes und sehr teuer. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich dieses neue f/1.2 Design schlägt, das für diesen Test auf einem Panasonic Lumix G6 Gehäuse montiert wurde.

Handhabung und Eigenschaften des Olympus M.Zuiko 25mm f/1.2 PRO

Als PRO-Objektiv bezeichnet, gibt es keinen Zweifel an der allgemeinen Qualität der Verarbeitung. Das Gesamtpaket ist kompakt und wiegt gerade mal 410 g. Es wird als spritzwasser- und staubgeschützt bezeichnet. Die mitgelieferte runde Streulichtblende passt gut und ist mit einem Verschluss versehen, der sicherstellt, dass sie sich nicht löst. Das alles lässt sich leicht und präzise anbringen. Der Bajonettverschluss der Gegenlichtblende umschließt ein 62-mm-Filtergewinde.

Ein dünner Ring beschreibt die Details des Objektivs, und wenn wir uns weiter in Richtung Kameragehäuse bewegen, finden wir als Nächstes eine ebenso dünne Schärfentiefeskala. Dann folgt der manuelle Fokusring. Wenn du ihn nach vorne schiebst, kannst du den Autofokus manuell außer Kraft setzen. Wenn du ihn nach hinten schiebst, wird die Skala für die manuelle Fokussierung sichtbar und der Ring funktioniert wie ein manueller Fokussierungsring mit den üblichen harten Anschlägen an beiden Enden des Fokussierungsbereichs. Auf einem dünnen Ring vor dem Fokussierring sind Fuß- und Meterangaben zu sehen, aber da sie alle in der gleichen Ebene liegen und der Ring so dünn ist, sind nur wenige Zahlen eingraviert. Die Vorwärts-/Rückwärtsbewegung des Fokussierrings ist sehr leicht und könnte etwas mehr Reibung haben, um eine versehentliche Betätigung zu verhindern.

Die Fokussierung ist bis zu 0,3 m möglich, was einer maximalen Vergrößerung von 0,11x entspricht. Das entspricht einem Arbeitsabstand von etwa 19,5 cm. Die 9 abgerundeten Blendenlamellen sorgen für ein glatteres Bokeh, also die Qualität der unscharfen Bereiche in einem Bild.

Schließlich gibt es eine einzige Taste mit der Bezeichnung L-Fn, die den Autofokus deaktiviert, wenn sie gedrückt gehalten wird. Der MFT-Metallanschluss ist von höchster Qualität und lässt sich leichtgängig und ohne Spiel in die Kamera einsetzen.

Ein herkömmliches 50mm f/1,2 Objektiv für das Kleinbildformat hat etwa 7 Elemente in 6 Gruppen, aber dieses 25mm f/1,2 für das MFT-Format hat hochkomplexe 19 Elemente in 14 Gruppen, darunter 2 ED (Extra Low Dispersion), 1 Super ED, 3 HR (High Refractive Index), 1 Extra-HR und 1 Asphärisches Element. Z-Nano-Vergütungen vervollständigen das Bild einer hochkorrigierten und professionellen Optik.

Abgesehen von der Möglichkeit, versehentlich von AF auf MF und umgekehrt umzuschalten, kann bei der Verwendung kaum etwas schiefgehen. Die helle f/1,2-Blende sorgt für einen scharfen Fokuspunkt und das AF-System stellt schnell scharf. Bei der Lumix G6 hat sich jedoch gezeigt, dass der Autofokus nicht präzise genug ist, um die f/1.2-Blende optimal auszunutzen, und dass die manuelle Scharfstellung mit Hilfe von Fokussierhilfen genauer ist. Aber das braucht seine Zeit, und für den normalen Gebrauch, bei dem die Blende wahrscheinlich sowieso abgeblendet wird, funktioniert der Autofokus gut genug.

Olympus M.Zuiko 25mm f/1.2 PRO Leistung

Die Schärfemessungen werden dem Objektiv wahrscheinlich nicht ganz gerecht, denn die Bilder, die bei normalen Entfernungen aufgenommen wurden, sind in der Mitte und am Rand sehr scharf. Im Allgemeinen würde man von einem Objektiv mit einer Lichtstärke von f/1,2 nicht erwarten, dass es im Nahbereich und bei flachen Motiven, wie z. B. bei Objektivtests, so gut abschneidet.

Trotzdem ist die Schärfe in der Mitte schon bei f/1,2 ausgezeichnet und bleibt es bis f/11. Bei f2, f/2,8 und f/4 ist sie fast schon als hervorragend zu bezeichnen. Erst bei f/16 macht sich die Beugung bemerkbar, aber auch hier sind die Ergebnisse sehr gut.

Bei f/1,2 ist sie mittelmäßig, bei f/2 und f/2,8 gut, aber zwischen f/4 und f/11 erreicht sie eine sehr gute Schärfe. Bei f/16 ist sie immer noch gut, da sie aufgrund der Beugung abnimmt.

In der Praxis zeigen die Bilder aus normaler Entfernung eine hervorragende Schärfe in der Mitte und am Rand. Dies ist ein Objektiv für Aufnahmen im echten Leben, nicht für die Montage an Verlängerungsrohren und andere Nahaufnahmen. Das liegt in der Natur der Sache und ist bei einem so schnellen, lichtstarken Objektiv wahrscheinlich unvermeidlich.

Die chromatische Aberration (CA) ist in der Mitte des Bildfelds sehr gut korrigiert und liegt praktisch bei Null. An den Rändern ist die Kontrolle immer noch sehr gut und für die meisten Zwecke gut genug, um nicht aufzufallen. Manchmal, z. B. bei Ästen gegen den hellen Himmel, werden einige Farbsäume sichtbar, aber das lässt sich leicht in der Software korrigieren.

Die Streulichtresistenz ist praktisch perfekt und es ist nicht einmal möglich, einen signifikanten Kontrastverlust gegen das Licht zu sehen.

Die für ein Standardobjektiv mit einer Lichtstärke von 1:1,2 zu erwartende tonnenförmige Verzeichnung ist zwar vorhanden, aber mit -0,312 % sehr gering. Dieser Wert ist nicht signifikant, könnte aber unter extremen Umständen in der Software korrigiert werden.

Die abgerundete Blende mit 9 Lamellen und die großen, hellen Blendenöffnungen bieten das Potenzial für ein wunderbar weiches Bokeh, und genau das wird auch geliefert. Der Gesamteindruck des Objektivs ist sehr beeindruckend.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Olympus M.Zuiko Digital 25mm f/1.2 PRO Objektiv kostet 1099 €.

Für MFT gibt es verschiedene 25mm f/0,95 Objektive mit manuellem Fokus. Zur Auswahl stehen das Meike 25mm f/0.95 (£455), das Voigtlander 25mm f/0.95 II (£742) und das SLR-Magic 25mm T0.95 Cine Objektiv (£579).

Zum Vergleich: Nikon hat das MF 50mm f/1.2 AIS (€999) und Canon das 50mm f/1.2L USM (€1769) im Programm.

Es scheint, als würde das 25mm f/1.2 durch den zusätzlichen Autofokus ziemlich teuer werden, aber wenn man die Komplexität der Objektivkonstruktion und die Qualität der Ergebnisse bedenkt, ist es immer noch ziemlich günstig und ein guter VFM. Für weitere Optionen wirf einen Blick auf die Top 33 der besten Micro Four Thirds Objektive.

Olympus M.Zuiko 25mm f/1.2 PRO Fazit

Der Markt für f/1.2 Standardobjektive bietet nur eine sehr begrenzte Auswahl, vor allem wenn AF benötigt wird. Das Olympus M.Zuiko Digital 25mm f/1.2 PRO Objektiv bietet jedoch mehr als nur eine hohe maximale Blendenöffnung. Es ist ein sehr gutes Objektiv mit einer ausgezeichneten Schärfe, die an ein hervorragendes Ergebnis grenzt, geringem CA, keinem Streulicht und einem sehr angenehmen Bokeh. Wenn man dann noch das Potenzial bei schlechten Lichtverhältnissen hinzunimmt, hat man ein wirklich attraktives Angebot.

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