anasonic H-ES50200E9 Leica DG Vario-Elmarit MFT Objektive
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Panasonic Leica DG Vario-Elmarit Telezoom (50-200mm, f/2.8-4.0)

Das dritte in einer Serie von drei Power OIS-Objektiven von Panasonic, die ersten beiden waren das 8-18mm und das 12-60mm. Unter Berücksichtigung des 2-fachen Crop-Faktors hat das neue 50-200mm das „35-mm-Äquivalent“ eines 100-400mm Objektivs. Das ist eine sehr nützliche und leistungsstarke Telezoom-Spezifikation, und wenn die Leistung stimmt, haben wir hier ein Objektiv, das für eine Vielzahl von Sport- und Wildlife-Anwendungen geeignet ist. Schauen wir uns das Objektiv mit dem Panasonic Lumix G9 Kameragehäuse genauer an.

Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 50-200mm f/2.8-4.0 ASPH. Handhabung und Eigenschaften

Das glänzend schwarze Finish des Objektivs ist beeindruckend, aber noch beeindruckender ist die hohe Gesamtqualität der Verarbeitung. Alle Bedienelemente sind leichtgängig und das Ganze vermittelt den Eindruck, dass es für die Ewigkeit gemacht ist. Die Konstruktion wird als spritzwasser-, staub- und frostsicher bezeichnet und funktioniert bis zu einer Temperatur von mindestens -10 °C. Das Objektiv ist kompakt und mit 655 g relativ leicht, vor allem wenn man es mit einer typischen 100-400-mm-Vollformat-Optik vergleicht.

Auf der Vorderseite befindet sich eine große Gegenlichtblende mit Bajonettverschluss und Verriegelung. Diese umschließt ein Standard-67-mm-Filtergewinde. Das Objektiv lässt sich weder beim Zoomen noch beim Fokussieren drehen, sodass die Verwendung von Pol- und Verlaufsfiltern erleichtert wird.

Der manuelle Fokussierring ist fest, aber leichtgängig und funktioniert elektronisch. Der Autofokus ist jedoch so schnell und präzise, dass eine manuelle Fokussierung meist nicht nötig ist. Der Zoomring ist breit, funktioniert sehr leichtgängig und ist in verschiedenen Brennweiten deutlich markiert. Beim Zoomen wird das Objektiv zwar länger, aber die Balance bleibt gut. Die Fokussierung reicht bis zu 0,75 m oder 2,46 Fuß. Das entspricht einer maximalen Vergrößerung von 0,25x oder 1:4, was sehr praktisch ist.

Am Kameragehäuse befinden sich nur zwei Schalter: der AF/MF-Schalter und der Ein/Aus-Schalter für das Power OIS (Optical Image Stabilisation) System. Dieses System arbeitet in Verbindung mit der kamerainternen Stabilisierung, sofern diese unterstützt wird.

Der Bajonettverschluss aus Metall trägt die elektronischen Kontakte zur Kommunikation mit der Kamera und ist sehr hochwertig verarbeitet. Die Objektivbefestigung hat keinerlei Spiel und ist seidenweich und solide.

Die optische Konstruktion des Objektivs umfasst 21 Elemente in 15 Gruppen, darunter 2 asphärische, 2 UED (Ultra Extra Low Dispersion), 2 UD (Ultra Low Dispersion) und 1 UHR (Ultra High Refractive Index). Panasonic verwendet eine Nano-Oberflächenbeschichtung, um Streulicht und Geisterbilder zu vermeiden, ohne die ein Objektiv mit 21 Elementen nicht praktikabel wäre. Die Blende hat 9 Lamellen, die die Qualität der unscharfen Bereiche oder des Bokehs verbessern sollen. Das Objektiv ist mit 1,4- und 2-fach-Telekonvertern kompatibel.

In der Praxis gibt es wirklich alles, was man an dem Objektiv mögen kann. Es lässt sich schnell und präzise fokussieren, die Bedienelemente sind leichtgängig und es gibt nichts, was beim Fotografieren stört. Ergonomisch ist es hervorragend. Die schnelle, helle Blende ist ein weiterer Vorteil, der es vielen seiner Konkurrenten voraushaben könnte, denn sie ermöglicht kürzere Verschlusszeiten, um z. B. die Bewegungen von Wildtieren einzufrieren.

Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 50-200mm f/2.8-4.0 ASPH. Leistung

Beginnen wir mit der Schärfe: Bei 50 mm sind die Ergebnisse in der Mitte von f/2,8 bis f/5,6 hervorragend, von f/8 bis f/11 sehr gut, bei f/16 gut und erst bei f/22 schwächer, da die Beugung einsetzt. Die Ränder sind von f/2,8 bis f/8 sehr gut, bei f/11 und f/16 gut und bei f/22 wieder weich.

Bei 100 mm folgt die Mitte genau demselben Muster wie bei 50 mm: Sie ist von f/3,6 bis f/5,6 hervorragend, bei f/8 und f/11 sehr gut, bei f/16 gut und wird bei f/22 weicher. Die Kanten sind von f/3,6 bis f/5,6 sehr gut, von f/8 bis f/16 gut und bei f/22 weich.

Bei 150 mm sieht es ähnlich aus: Die Mitte ist von f/3,9 bis f/5,6 ausgezeichnet, bei f/8 und f/11 sehr gut, bei f/16 gut und bei f/22 weich. Die Randbereiche sind von f/3,9 bis f/5,6 sehr gut, von f/8 bis f/16 gut und bei f/22 weich.

Die längsten Brennweiten eines Zooms sind selten, wenn überhaupt, der beste Bereich der Leistung und sie fällt erwartungsgemäß ein wenig ab. So ist das 200 mm in der Mitte bei f/4 sehr gut, bei f/5,6 ausgezeichnet, bei f/8 und f/11 gut und bei f/16 und f/22 weich. Die Randbereiche sind bei f/4 gut, bei f/5,6 sehr gut und werden von f/11 bis f/22 zunehmend weicher.

Das ist insgesamt eine sehr konstante Leistung und reicht aus, um über den gesamten Brennweitenbereich hinweg brillante, scharfe Bilder zu erzeugen.

CA (Chromatische Aberration) wird sehr gut korrigiert. Da Kameras im MFT-Format in der Regel Korrekturen anwenden, die wir nicht kontrollieren oder kennen können, auch nicht bei der RAW-Ausgabe, ist es nicht möglich zu sagen, dass die CA-Werte aufgrund der Objektivkonstruktion oder des Zusammenspiels von Objektiv und Kamera niedrig sind. Was wir sagen können, ist, dass der CA sehr gut kontrolliert wird und in der Mitte bei allen Brennweiten fast verschwunden ist. Bei den höchsten Werten an den Rändern um f/11 und bei mittleren Zoomeinstellungen ist er immer noch gut unter Kontrolle. Es ist unwahrscheinlich, dass der CA noch weiter korrigiert werden muss, aber natürlich wäre das mit Softwarelösungen möglich, falls gewünscht.

Die Verzeichnungswerte sind ebenfalls sehr beeindruckend. Bei 50 mm haben wir eine tonnenförmige Verzeichnung von -0,02 %. Bei 100 mm verringert sich diese noch weiter auf -0,01 %. Bei 150 mm beträgt die Verzeichnung +0,03 % Kissenverzeichnung und bei 200 mm +0,08 % Kissenverzeichnung. Das ist so gut wie geradlinig, und man kann davon ausgehen, dass gerade Linien in einem Bild auch gerade wiedergegeben werden.

Streulicht ist nicht zu sehen, und es gibt keine Kontrastverluste oder Artefakte bei Aufnahmen im Gegenlicht.

Bokeh ist natürlich die gleichmäßige Abstufung der unscharfen Bereiche, und alle langen Objektive sind hier aufgrund der geringeren Schärfentiefe bereits im Vorteil. Dieses Objektiv zeichnet sich durch ein ultraglattes Bokeh aus und ist damit ideal für hochwertige Bilder mit diffusem Hintergrund.

Das OIS-System ist eine sehr willkommene Ergänzung, und mit Leichtigkeit konnte der volle Vorteil von 6 Blendenstufen genutzt werden. Darüber hinaus beginnen sich Anzeichen von Unschärfe einzuschleichen. Das ist eine erstaunliche Leistung. Es ist jedoch zu bedenken, dass dies nichts mit der Bewegung des Motivs zu tun hat, sodass es für die meisten Wildtierfotografien am besten ist, OIS auszuschalten.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 50-200mm f/2.8-4 Objektiv kostet 1599 €.

Es gibt einige MFT-Objektive mit ähnlicher Spezifikation, die jedoch nicht so große Blendenöffnungen oder einen so großen Brennweitenbereich haben.

  • Olympus M. Zuiko 40-150mm f/2.8 PRO, €1599
  • Panasonic Lumix G Vario 45-200mm f/4-5.6 II, €759
  • Panasonic Lumix G X Vario 45-175mm f/4-5.6, €649

Vielleicht ist es aber fairer zu vergleichen, was Nutzer anderer Marken für ihre 100-400-mm-Vollformatobjektive zahlen müssen:

  • Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM, €2449
  • Nikon AF-S Nikkor 80-400mm f/4.5-5.6G ED VR, €2709
  • HD Pentax-D FA 150-450mm f/4.5-5.6 ED DC AW, €2449
  • Sony FE 100-400mm f/4.5-5.6 OSS G Master, €2999

Diese Objektive sind langsamer, größer und schwerer und auch teurer. Im Vergleich dazu ist das Panasonic-Objektiv ziemlich günstig und unterstreicht die Vorteile des MFT-Formats. Weitere Optionen findest du in den Top 11 der besten Panasonic-Objektive oder den Top 35 der besten Micro Four Thirds-Objektive.

Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 50-200mm f/2.8-4.0 ASPH. Fazit

Panasonic hat hier ein Telezoom produziert, das außergewöhnlich einfach zu handhaben ist, hervorragende Ergebnisse liefert und im Vergleich zur Konkurrenz einen realistischen Preis hat. Im Vergleich zu den Vollformat-Marken ist es preislich sehr wettbewerbsfähig, wenn man bedenkt, was das Objektiv leistet.

Darüber hinaus spiegelt die kompakte, leichte Konstruktion die Größe der MFT-Kameras wider und folgt dem Ethos des MFT-Systems. Die Anziehungskraft von leichteren, kleineren Kameras und Objektiven ist leicht zu erkennen, vor allem wenn die Qualität immer noch extrem hoch ist.

In vielerlei Hinsicht also ein schönes Objektiv für MFT Kameras.

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