Panasonic H-F007014E LUMIX G Vario Superweitwinkel 7-14
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Panasonic LUMIX G Vario Superweitwinkel 7-14 mm F4.0

Das Lumix G Vario 7-14mm F4 ASPH war das dritte Objektiv, das Panasonic im März 2009 für sein noch junges Micro Four Thirds System ankündigte. Das Unternehmen nutzte die Vorteile des kurzen Auflagemaßes des spiegellosen Anschlusses, um ein Objektiv zu entwickeln, das trotz seiner kompakten Größe einen extrem weiten Bildwinkel von 114° und eine konstante maximale Blendenöffnung von F4 bietet. Das 7-14 mm ist bei weitem das kleinste derzeit erhältliche Zoom mit einem so weiten Bildwinkel; im Vergleich zum Olympus-Äquivalent für Four Thirds DSLRs sind seine Abmessungen um mindestens 20 % in beide Richtungen geschrumpft und es wiegt nur 40 % des Gewichts.

Wie alle anderen Zooms dieses Weitwinkels hat auch das 7-14 mm F4 ein charakteristisches Design mit einem bauchigen Frontelement und einer integrierten Gegenlichtblende, die die große Glasfläche vor Streulicht schützt. In dem kompakten Gehäuse befinden sich nicht weniger als 16 Glaselemente, die in 12 Gruppen angeordnet sind, darunter zwei asphärische und 4 Glaselemente mit besonders niedriger Dispersion, um Abbildungsfehler zu vermeiden. Ein Nebeneffekt der großen Glaskuppel an der Vorderseite ist jedoch, dass es keine Möglichkeit gibt, Filter am Objektiv zu befestigen.

Das 7-14 mm ist klein und beeindruckend ausgestattet, hat aber einen stolzen Preis: Mit 1000 US-Dollar ist es deutlich teurer als jedes andere APS-C-Weitwinkelzoom und nicht so weit entfernt vom Nikon 14-24 mm F2,8, das nicht nur einen Vollformatsensor abdeckt, sondern auch eine Blende schneller ist. Es ist auch viel teurer als das Micro Four Thirds-Weitwinkel von Olympus – das winzige M Zuiko Digital 9-18mm F4-5,6 – das wir für seine Kombination aus guter Optik und bemerkenswerter Kompaktheit gelobt haben. Was bietet das Panasonic also zusätzlich, das dich dazu verleiten könnte, so viel Geld auszugeben?

Wichtigste Merkmale

  • Superweitwinkel-Zoombereich (14-28 mm äquivalent)
  • Kompaktes Design
  • Konstante maximale Blendenöffnung von F4
  • Micro Four Thirds Anschluss für Olympus und Panasonic Kameras

Design

Das Lumix G Vario 7-14mm F4 ASPH ist ein kompaktes Objektiv mit einem beruhigenden Gewicht und einer hohen Dichte. Das Design wird von der großen integrierten Gegenlichtblende an der Vorderseite dominiert, die aus dickem schwarzem Kunststoff gefertigt ist und sich solide genug anfühlt, um das vordere Element vor Stößen zu schützen. Dahinter befinden sich der geriffelte Kunststoff-Fokusring und der breitere Zoomring, der einen griffigen, gummierten Griff hat. Das Gehäuse neben der Fassung ist in der von Panasonic gewohnten stahlgrauen Farbe gehalten, und insgesamt fühlt sich die Verarbeitungsqualität eine Spur besser an als beim federleichten 9-18mm von Olympus.

Der Zoom- und Fokussiervorgang findet innerhalb des Gehäuses statt, sodass sich die Länge des Objektivs nicht verändert. Das vordere Element bewegt sich beim Zoomen auf 14 mm innerhalb der Gegenlichtblende nach hinten, sodass es optimal vor Streulicht geschützt ist.
An der Kamera

Das 7-14mm passt besonders gut zu den „Faux-SLR“-Gehäusen von Panasonic, wie dem hier abgebildeten G10. Aber auch an kleineren Messsucherkameras wie der GF1 (oben rechts) und der Pen-Serie von Olympus funktioniert es hervorragend. Es ist zwar nicht so handlich wie seine naheliegendste Alternative, das Olympus M ZD 9-18mm F4-5,6, aber es ist auch nicht so schwer. Der Zoomring liegt gut in der Hand und der Ring für die manuelle Fokussierung lässt sich bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen du ihn brauchst, leicht mit einer Fingerspitze drehen.

Es ist erwähnenswert, dass dieses Objektiv nicht mit dem integrierten Blitz der Micro Four Thirds-Kameragehäuse kompatibel ist; die meisten dieser Kameras decken nur einen Blickwinkel ab, der dem eines 14-mm-Objektivs entspricht. Bei größeren Winkeln wird der Blitz das Bild ungleichmäßig abdecken und in den Ecken abdunkeln, während das Objektiv selbst Schatten wirft. Das ist für ein Weitwinkelzoom völlig normal; wenn du dieses Objektiv wirklich mit Blitz verwenden willst, musst du in ein geeignetes externes Gerät investieren.
Orientierungssensor bei den Kameras der Panasonic G-Serie

Eine Besonderheit der Panasonic G-Serie ist, dass die Bildstabilisierungssensoren des Objektivs die Ausrichtung der Kamera erkennen und die Bilder entsprechend für die Drehung markieren (im Gegensatz zu einem herkömmlichen Sensor im Gehäuse). Das funktioniert natürlich nicht mit Objektiven, die keine OIS-Einheit haben, wie z. B. das 7-14 mm. Das bedeutet, dass Panasonic-Besitzer alle Bilder, die sie mit diesem Objektiv im Hochformat aufgenommen haben, verkehrt herum anzeigen werden.

Autofokus

Die Micro Four Thirds-Zooms von Panasonic zeichnen sich in der Regel durch eine beeindruckende Autofokusleistung aus (und damit steht das Lumix G System in dieser Hinsicht an der Spitze seiner Klasse), und auch das 7-14 mm enttäuscht nicht. Die Fokussierung erfolgt nahezu geräuschlos und außergewöhnlich schnell – sogar deutlich schneller als beim M ZD 9-18mm F4-5,6, dem bisher schnellsten Objektiv von Olympus.
Veränderung des Bildwinkels beim Fokussieren („Fokusatmung“)

Das 7-14mm zeigt beim Fokussieren praktisch keine wahrnehmbare Veränderung des Bildwinkels. Zusammen mit seinem extrem leisen Autofokus bedeutet dies, dass es für Filmaufnahmen wahrscheinlich die bessere Wahl ist als das Olympus M ZD 9-18mm F4-5,6, das beim Fokussieren recht deutliche Winkeländerungen aufweist.

Fokus

Wie alle Micro Four Thirds-Objektive verfügt auch das 7-14mm über ein manuelles Fokus-by-Wire-System, das die Fokussiergruppe indirekt über den Autofokusmotor des Objektivs ansteuert. Das hat zur Folge, dass sich die Haptik des manuellen Fokusrings nie ändert, unabhängig davon, ob die Kamera auf Autofokus oder manuellen Fokus eingestellt ist oder ob der Fokus die Grenzen seines Verfahrwegs erreicht hat (entweder nah oder unendlich). Zum Glück ist dies nicht die Art von Objektiv, bei der du sehr oft manuell fokussieren musst.

Elemente des Objektivgehäuses

Das Objektiv verfügt über den Micro Four Thirds-Anschluss, der derzeit mit Kameras von Olympus und Panasonic kompatibel ist. Die Kommunikation mit der Kamera erfolgt vollelektronisch über die vergoldeten Kontakte.

Aufgrund der kuppelförmigen Frontlinse gibt es kein Filtergewinde, so dass Nutzer/innen von Polfiltern und insbesondere von Neutraldichteverläufen enttäuscht sein und nach selbstgebauten Befestigungsmöglichkeiten suchen werden. Stattdessen gibt es eine nicht abnehmbare Gegenlichtblende, die das empfindliche Objektiv schützt.

Um das vordere Element zu schützen, wenn das Objektiv nicht in Gebrauch ist, gibt es diese tiefe Druckkappe, die über die Gegenlichtblende gleitet und durch Reibung gehalten wird.

Der gummierte Griff am Zoomring ist 13 mm breit. Er lässt sich um etwa 50 Grad im Uhrzeigersinn zwischen den Positionen 7 und 14 mm drehen, dazwischen liegen die Markierungen 8, 9, 10 und 12 mm. Beim Zoomen bewegt sich das vordere Element innerhalb der Haube vor und zurück, so dass sich die physische Länge zwischen 7 und 14 mm nicht ändert.

Der geriffelte Griff am Fokusring ist nur 7 mm breit. Er ist leichtgängig, wenn auch etwas locker, aber aufgrund des „Focus-by-Wire“-Designs gibt er bei der Bedienung keinerlei taktile Rückmeldung.

Blendenwert und Brennweite

Bei allen Brennweiten können Blenden von F4 bis F22 gewählt werden.

Vorteile

  • Außergewöhnlich klein für ein solches Weitwinkelobjektiv
  • Sehr gute Bildqualität
  • Extrem schneller, praktisch geräuschloser Autofokus mit minimalem „Atmen
  • Beeindruckend resistent gegen Streulicht

Nachteile

  • Kann nicht mit Filtern verwendet werden
  • Ziemlich starke seitliche chromatische Aberration bei den weitesten Einstellungen, wenn es auf Olympus Gehäusen verwendet wird
  • Hoher Preis (viel teurer als das Olympus 9-18mm F4-5.6)

Gesamtfazit

Das Panasonic Lumix G Vario 7-14mm F4 ist ein bemerkenswertes Objektiv – es ist zwar nicht das weiteste Zoom, das derzeit hergestellt wird (eine Ehre, die das 12-24mm von Sigma für Vollformat und das 8-16mm für APS-C gemeinsam haben), aber die Kombination aus ultraweitem Blickwinkel und kompakter Größe ist einzigartig. Und für ein Objektiv, das so weit und so klein ist, ist seine Bildqualität wirklich beeindruckend. Die Schärfe ist hoch und über den gesamten Bildausschnitt hinweg ziemlich gleichmäßig, ohne dass sie zu den Ecken hin stark abfällt, und die Widerstandsfähigkeit gegen Streulicht ist beeindruckend. Dank der automatischen Softwarekorrektur, die vollständig in das Micro Four Thirds System integriert ist, ist die Verzeichnung extrem gering, und während Olympus-Nutzer/innen aufgrund der seitlichen chromatischen Aberration (vor allem am weiten Ende des Zooms) ein paar Farbsäume bemerken werden, werden Panasonic-Nutzer/innen davon verschont.

Die Verarbeitungsqualität ist typisch für Panasonic – solide, aber mit viel hochwertigem Kunststoff, um das Gewicht unter Kontrolle zu halten. Der Autofokus ist schnell und nahezu geräuschlos und das Objektiv verändert den Blickwinkel beim Fokussieren kaum (bekannt als „Fokusatmung“), was Videofilmer/innen freuen wird. Der einzige wirkliche Nachteil des Objektivs ist, dass es aufgrund der großen gewölbten Frontlinse keine Möglichkeit gibt, Filter anzubringen. Das ist für Objektive mit dieser Brennweite ganz normal, schließt aber die Verwendung von gängigen Filtern wie Polarisatoren oder Neutraldichteverläufen aus. (Natürlich kann man argumentieren, dass dies kein großer Verlust ist, da Polfilter bei 7 mm nicht immer gute Ergebnisse liefern; das Problem ist nur, dass man sie bei weniger weiten Brennweiten wie 12 mm, wo sie effektiver wären, nicht verwenden kann).

Micro Four Thirds-Besitzer müssen sich natürlich entscheiden, ob sie dieses Objektiv oder das Olympus M ZD 9-18mm F4-5,6 kaufen sollen. Die beiden Objektive liegen in Bezug auf die optische Leistung sehr nah beieinander, sodass die Entscheidung im Wesentlichen von der Ausstattung und dem Preis abhängt. Das Panasonic-Objektiv deckt natürlich einen größeren Bildwinkel ab und hat eine konstante maximale Blende von F4, aber das Olympus-Objektiv ist im eingefahrenen Zustand etwas kleiner, kann mit Filtern bestückt werden und ist deutlich günstiger (je nach Marktregion etwa 60 % des Preises). Das längere 18-mm-Ende des Olympus bedeutet auch, dass man bei alltäglichen Aufnahmen weniger mit dem Kit-Zoom hin- und herwechseln muss. Insgesamt bietet das Panasonic die extremeren Möglichkeiten, aber das Olympus wird wahrscheinlich für die meisten Nutzer praktischer sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das 7-14mm ein beeindruckendes Stück optischer Technik ist. Die Kombination aus ultraweitem Blickwinkel und kompakter Größe macht es einzigartig und Weitwinkelfanatiker werden von ihm begeistert sein. Wenn du dir also sicher bist, dass du das weitestmögliche Objektiv für Micro Four Thirds haben möchtest, dann ist es eine gute Wahl. Wäre es das einzige Objektiv in der Stadt, würden wir es wahrscheinlich uneingeschränkt empfehlen, aber das Olympus 9-18mm bietet jetzt eine hervorragende Alternative zu einem viel niedrigeren Preis.

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