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Sigma 30mm F1,4 DC DN Contemporary Objektiv

Dieses neue Objektiv von Sigma ist Teil der Contemporary-Reihe. Es bietet eine lichtstarke Blende von f/1,4 und bietet an Sony E-Mount-APS-C-Kameras das „35-mm-Äquivalent“ eines kurzen Standardobjektivs von 45 mm. Die MFT-fähige Version bietet das Äquivalent eines langen Standardobjektivs von 60 mm. Das Objektiv ist eine unscheinbare Optik in einer relativ schlichten Schachtel und mit wenig Informationen in der mitgelieferten Gebrauchsanweisung. Aber ist es auch eine Lektion darin, dass man ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen sollte? Lass uns herausfinden, was sich darin verbirgt und welche Überraschungen es geben könnte.

Handhabung und Eigenschaften des Sigma 30mm

Das Objektiv wurde mit dem Gehäuse der Sony Alpha A7R II getestet und passt perfekt zu ihr. Der E-Mount ist leichtgängig und positiv und hat kein Spiel. Da es sich um eine Optik im APS-C-Format handelt, erkennt die Kamera dies und schaltet automatisch in den 18-MP-APS-C-Modus, vorausgesetzt, diese Funktion ist aktiviert. Ein Vorteil des elektronischen Suchers/Monitors ist, dass das beschnittene Sensorformat in voller Größe auf dem Bildschirm angezeigt wird, ohne dass es zu einer Beschneidung kommt, wie es bei einem optischen System der Fall wäre.

An der Vorderseite des Objektivs befindet sich der Bajonettanschluss für die mitgelieferte runde Gegenlichtblende mit einem 52-mm-Filtergewinde. Die 9 abgerundeten Blendenlamellen sind deutlich zu sehen und sorgen für eine fast perfekt kreisrunde Blende. Die Blende ist bei der Aufnahme immer geschlossen, öffnet sich aber kurz zum Fokussieren und schließt sich wieder, wenn der Verschluss ausgelöst wird. Die Fokussierung ist sehr zügig und zeigt keine Anzeichen von Nachziehen.

Der manuelle Fokussierring ist großzügig bemessen und auch sonst stört nichts die klaren Linien des Objektivs. Leider ist das Objektiv nicht wetterfest, so dass bei feuchtem Wetter entsprechende Vorsicht geboten ist.

Das Objektiv besteht aus 9 Elementen in 7 Gruppen und fokussiert über die Innenfokussierung bis zu einer Entfernung von 0,3 m (11,8″), was einer maximalen Vergrößerung von 0,14x oder 1:7 entspricht. Das ist zwar kein Makroobjektiv, aber es fokussiert trotzdem sehr nah. Das Objektiv wiegt bescheidene 140 g.

Das Gesamtpaket macht einen sehr unauffälligen Eindruck und es gibt wenig zu bemängeln. Die Verarbeitung ist hervorragend und die wenigen Markierungen sind klar und deutlich zu lesen. Die Kunststoffe sind von guter Qualität und die Ergonomie ist absolut zufriedenstellend. Es tut einfach das, was auf der Verpackung steht, ohne viel Aufhebens, und das unauffällige Erscheinungsbild könnte in der Straßenfotografie ein Vorteil für Fotografen sein, die ebenfalls unauffällig sein wollen.

Leistung des Sigma 30mm

Wenn wir uns die Leistung ansehen, werden die Dinge etwas spannender.

Die Schärfe ist in der Tat sehr gut und ist wahrscheinlich die Krönung des Objektivs. In der Mitte sind die Ergebnisse bei einer Offenblende von f/1,4 hervorragend und zwischen f/2 und f/5,6 herausragend. Diese hervorragende Leistung setzt sich bis zur Blende 16 fort. Natürlich sinken die Werte, da die Beugung ihren Tribut fordert, aber sie liegen immer noch in dem Bereich, den wir als hervorragend bezeichnen.

Die Randschärfe ist bei allen Blenden hervorragend und erreicht ihren Höhepunkt bei f/2,8, wo die Werte nach oben klettern und als hervorragend bezeichnet werden können. Das Ergebnis sind gestochen scharfe Bilder mit vielen Details. Auch die Farbabstufung ist hervorragend und verleiht den Bildern einen undefinierbaren „Look“, der sie nicht nur zu einer technischen Übung in Sachen Auflösung macht. Die Gesamtleistung ist sehr ausgewogen.

Die chromatische Aberration (CA) ist sehr gut unter Kontrolle, besonders in der Bildmitte. Bei hohen Kontrasten ist an den Bildrändern etwas CA zu sehen, aber das ist in den meisten Fällen kein großes Problem. In jedem Fall kann dies in der Software korrigiert werden, wenn es notwendig erscheint.

Auch Streulicht ist kein Problem, und das Objektivdesign und die Beschichtung sind gut durchdacht und sehr effektiv. Aufnahmen im Gegenlicht behalten ihre Sättigung und ihren Kontrast – ein beeindruckendes Ergebnis.

Das Bokeh ist ebenfalls wunderschön und die fast kreisrunde Blende trägt zu einem wunderbar weichen Aussehen der unscharfen Bereiche bei.

Der größte Fehler des Objektivs ist die Verzeichnung, die bei -2,95 % liegt. Dies ist deutlich an den geraden Linien an den Bildrändern zu sehen, aber auch hier kann die Verzeichnung per Software korrigiert werden. Bei architektonischen Aufnahmen könnte eine gewisse Korrektur durchaus routinemäßig notwendig sein.

Preis-Leistungs-Verhältnis des Sigma 30mm

Es gibt nicht viele direkte Konkurrenten für dieses Objektiv, am ehesten vielleicht das Sony E 35mm f/1.8 OSS (£349) oder das Zeiss Touit 32mm f/1.8 (£419).

Es gibt auch ein Samyang 35mm f/1.4 AS UMC für £389, das aber nur über einen manuellen Fokus verfügt. Das gleiche gilt für das Samyang 35mm T1.5 AS UMC II für 419 €.

Wer könnte bei einer so großartigen Leistung des Sigma 30mm f/1.4 DC DN Contemporary Objektivs über den bescheidenen Preis von 249 € streiten?

Weitere Optionen findest du in den Top 10 der besten Sigma-Objektive.

Fazit des Sigma 30mm

Vielleicht sollten wir das Sigma 30mm f/1.4 Objektiv als Wolf im Schafspelz bezeichnen, denn hinter seinem unscheinbaren Äußeren verbirgt sich ein hervorragendes, kompaktes Objektiv, das es in sich hat. Selbst wenn man den Preis außer Acht lässt, ist das Objektiv ein absolutes Schmuckstück. Der bescheidene Preis ist ein wunderbarer Bonus.

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